Dann folgte ein Bachelorstudium in Informatik an der HSR (Hochschule für Technik Rapperswil). Heute ist sie als Software Engineer tätig.

«Lösungsanbieter bedeutet, dass ich immer in Kundenprojekten tätig bin», erklärt die 27-Jährige. Zurzeit ist sie in einem Kundenprojekt engagiert, in welchem eine bestehende Website weiterentwickelt wird. Dazu gehören verschiedenste Bestell- und Konfigurationsprozesse. «Ich programmiere also in erster Linie», sagt Treichler. Das bedeutet viel Teamarbeit: Strukturierung der Arbeit in kleine Arbeitspakete, Konzepterarbeitung für die Umsetzung, Koordination und Code-Reviews innerhalb des Teams sowie gegenseitige Unterstützung. Zudem müssen die Codes getestet und bei Bedarf Fehler behoben werden. Gearbeitet wird nach vorgegebenen Prozessen und Methoden; hinzu kommen Abklärungen zu Schnittstellen mit Umsystemen und das Testen der Schnittstellen-Implementierung. Mit dem Auftraggeber sowie diversen Stakeholdern des Kunden ist Delia Treichler in ständigem Kontakt und bespricht die Umsetzung der Anforderungen oder allfällige Änderungen.

Informatik ist allgegenwärtig
In ihren Beruf sei sie eher zufällig «reingerutscht», blickt Treichler zurück. Nach einem Sprachaufenthalt und Reisen in Neuseeland und Australien entschied sie sich damals für ein Informatikstudium. An ihrem Beruf gefällt der 27-Jährigen, dass «logisches Denken zur Überwindung von Problemen und damit schliesslich zu Lösungen führt». Informatik sei allgegenwärtig, sagt sie. «Man ist immer mit neuen und aktuellen Entwicklungen und Produkten konfrontiert.» Dabei möchte sie nicht nur einfach ein Programm schreiben, das technisch überzeugt, sondern es soll auch benutzerfreundlich sein. Teamarbeit und Kommunikationsfähigkeit seien bei ihrer Arbeit enorm wichtig, sagt Treichler. «Das macht den Beruf sehr abwechslungsreich.»

Für den Kunden Mehrwert generieren
Mit welchen Herausforderungen ist sie in ihrem Berufsalltag konfrontiert? Delia Treichler muss nicht lange überlegen. «Die Anforderungen des Kunden verstehen und so umsetzen, dass dieser am Schluss exakt das erhält, was er möchte und das ihm den Erfolg sichert», sagt sie. Sie arbeite für einen Lösungsanbieter und somit immer für den Kunden. Die Kundenorientiertheit sei eine Herausforderung. «Es kommen immer wieder mal Änderungswünsche oder kleine Anpassungen, die sofort umgesetzt werden müssen, obwohl sie ursprünglich nicht eingeplant waren.» Dass sie in einer Männerdomäne arbeitet, ist für sie kein Problem. «Ich bin stets akzeptiert und vorbehaltlos ins Team aufgenommen worden», sagt Delia Treichler – auch wenn gerade Männer ihr zu Beginn eher verhalten begegnet seien. Frauen, die in einem technischen Beruf arbeiten möchten, empfiehlt sie, sich zu trauen. «Was zählt, sind Selbstsicherheit und Selbstvertrauen in die eigene Leistung und das eigene Können», weiss sie aus Erfahrung.