«Meiner Meinung nach ist das Maturaalter sogar schon etwas spät, um das Interesse für technische Berufe zu wecken. Die jungen Frauen werden in diesem Alter viel eher darin bestärkt, ein technisches Studium in Angriff zu nehmen», sagt dazu die ETH-Professorin Olga Sorkine-Hornung. Daher sollte Technik bereits während der Schulzeit mehr Gewicht bekommen. «Im Gegensatz zu Geschichte oder Literatur haftet der Technik etwas Mysteriöses an. Viele junge Frauen wissen gar nicht, was es in diesem Bereich alles für tolle Möglichkeiten gibt.» Anders die jungen Maturandinnen, die am Schnupperstudium teilnehmen. «Meist haben unsere Teilnehmerinnen schon eine Vorstellung davon, was ein Informatikstudium ist. Häufig sind sie jedoch unsicher, ob es nicht zu anspruchsvoll und komplex für sie ist. Wir vermitteln den jungen Frauen, wie das Studium konkret aussehen wird, und zeigen ihnen Karrieremöglichkeiten auf.»  So gibt es etwa eine Einführung in das Programmieren, einen Einblick in verschiedene Gebiete der Informatik, Informationen über das Studium an der ETH sowie über das Arbeitsleben als Informatikerin und die Möglichkeit, während der Woche Studierende und Assistierende des Departements näher kennenzulernen und über ihre persönlichen Erfahrungen zu befragen. «Weshalb in der Schweiz nicht mehr Frauen einen technischen Beruf erlernen, ist mir rätselhaft. In anderen Ländern, etwa Israel, wo ich herkomme, ist der Frauenanteil deutlich höher», sagt Sorkine-Hornung. Das Schnupperstudium zeigt jedoch Erfolg. «Viele Frauen, die unser Schnupperstudium besuchen, melden sich später tatsächlich zu einem Informatikstudium an.»