Das kann Regina Dietiker, Business Solution Manager, nur bestätigen: „Dieses Bild von einsamen Nerds ist noch immer sehr verbreitet und bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Denn sie machen nur einen kleinen Teil von uns Informatikern aus. Kaum ein anderer Studiengang bietet so vielseitige Perspektiven.“ Das war es denn auch, was Regina Dietiker an einem Informatikstudium besonders gereizt hat. „Latein und Geschichte haben mich in der Schule zwar immer sehr interessiert, doch fehlte mir hier irgendwie die Perspektive – entweder man wird Lehrer oder schärft sein Profil selbständig und findet dadurch eine Stelle. Ich wollte jedoch etwas studieren, das relevant ist für die Wirtschaft und bei dem man nach dem Studium genau weiss, auf welche Stelleninserate man sich bewerben kann.“ Tatsächlich stehen einem nach einem abgeschlossenen Informatikstudium viele Türen offen – es gibt heute kaum eine Branche mehr, die noch ohne Informatik-Know-how auskommt. Zudem hat man sehr gute Weiterentwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten. Regina Dietiker stieg vor elf Jahren als Softwareingenieurin in die Branche ein. „Nach einiger Zeit als Entwicklerin habe ich gemerkt, dass mir das Projektmanagement grossen Spass macht. Seit diesem Jahr bin ich nun als Business Solution Manager zuständig für Mandate und Projekte, die wir im Auftrag unserer Kunden durchführen.“

Einzige Frau im Informatikstudium

Noch immer befindet sich die Informatikbranche stark in Männerhand. Die Informatik ist für viele junge Frauen mit einer Hemmschwelle verbunden und sie ziehen es gar nicht in Betracht, etwas in dieser Branche zu machen. Völlig zu Unrecht, findet Regina Dietiker. „Die Informatik ist keine Hexerei und man muss auch kein fanatischer Computerbastler sein, um Informatik studieren zu können. Ein gewisses Faible für Computer und Mathematik ist jedoch schon eine Voraussetzung.“ Regina Dietiker war denn die einzige Frau im Studiengang Informatik mit Vertiefung Applikationsentwicklung. Natürlich falle man in der Menge als einzige Frau auf und es sei anfänglich gewöhnungsbedürftig gewesen, wenn einem die Dozenten mit „Meine Herren und Frau Dietiker“ angesprochen hätten. „Doch wir sind uns alle auf Augenhöhe begegnet und das Interesse für die Materie ist im Vordergrund gestanden.“ Regina Dietiker hat ihre Studienzeit in sehr guter Erinnerung und hatte nie das Gefühl, dass sie sich als Frau mehr hätte beweisen müssen. „Vielleicht haben Frauen in der Männerdomäne manchmal sogar einen Zusatzbonus und bekommen eine Chance mehr“, meint sie augenzwinkernd. Die Kultur in der Informatikbranche sei sehr sympathisch und wertschätzend; es gehe mehr um die Materie und weniger um Einzelne, die sich profilieren möchten. „Das Bodenständige an unserem Beruf schätze ich sehr; wir haben ein sehr angenehmes Arbeitsumfeld und Teamarbeit steht im Vordergrund.“ Wie könnte man denn junge Frauen für die Informatik begeistern? „Ich denke, hier muss man schon in der Schule anfangen, technische Berufe aufzuzeigen und insbesondere den jungen Frauen schmackhaft zu machen. Denn heute sind wir doch alle ständig mit Technik konfrontiert – sei dies durch Smartphones, Computer oder Tablets. Weshalb also nicht ein Studium in der Technikbranche?“