Der Fachkräftemangel hält seit Jahren an und ein steigender Mangel wird prognostiziert. Ingenieure, IT- und Kommunikationsspezialisten, Lehrer, Bauhandwerker sowie Ärzte- und Gesundheitspersonal sind Mangelware in der Schweiz. Oft müssen daher Firmen ihre Fachkräfte im Ausland rekrutieren.

Naturwissenschaften und Lehrerberufe sind unbeliebt

Das Problem lässt sich nicht über die Löhne lösen, die Ursachen liegen  auch in der Schulbildung. Mathematik und Naturwissenschaften zählen zu den Fächern, die oft vernachlässigt werden. Unter diesen Umständen ergreifen zu wenige Schüler später eine Berufslaufbahn, die auf diesen Fächern basiert - wie eben das Ingenieurswesen oder IT- und Kommunikationstechnologien. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Institutionen für die Förderung der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) an Grundschulen engagiert. Dieser Ansatz packt das Übel an der Wurzel, jedoch bleibt das Problem damit in den nächsten Jahren im Markt bestehen.
Der Anspruch an den Lehrerberuf ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. Eltern versuchen vermehrt, Einfluss auf die Lehrer zu erwirken; damit ist die Autorität des Lehrerberufes in den letzten Jahren stark gesunken. Hinzu kommen zusätzliche organisatorische und administrative Aufgaben, welche den Lehrerberuf belasten und die Lehrer ihren Job an den Nagel hängen lassen. Die Ausbildungsinstitutionen haben reagiert und bieten Ausbildungen für QuereinsteigerInnen an, um den unmittelbaren Mangel zu decken. Jedoch müsste aber das Lehrkonzept an den Schulen selbst unter die Lupe genommen werden, denn dieses scheint der heutigen Situation nicht mehr gerecht zu werden.

Unmittelbare Lösungen?

Arbeitgeber suchen heute ihre Mitarbeiter gemäss einem Profil, welches sich exakt mit den Anforderungen des Stellenbeschriebs deckt. Vor allem in technischen Berufen ist die Spezialisierungsbandbreite enorm. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Markt in der Schweiz zu klein ist. Alternativen wären zum Beispiel Spezialisierungs-Ausbildungen in den Firmen selbst, statt eine Suche rund um den Globus zu starten. Noch vor etwa 15 Jahren war es eher möglich, dass Quereinsteiger eine Chance erhielten, sich in der Praxis zu bewähren. Diese Form bedeutet zwar für das Unternehmen eine kurzfristige Investition, würde aber das Unternehmen im Falle von Weiterbildungsmöglichkeiten als attraktiven Arbeitgeber positionieren und die Besetzung von Stellen beschleunigen.