Die meisten Frauen wollen heutzutage beides: Kind und einen Job, der Spass macht und sie erfüllt. Um Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen, braucht es vor allem Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit und ein gutes Netzwerk.

«Als ich mit meinem ersten Kind schwanger wurde, war mir sofort klar, dass ich nach dem Mutterschaftsurlaub wieder zu meiner alten Stelle als Juristin zurückkehren möchte. Ich fing also schon während meiner Schwangerschaft an zu planen, wie ich Kind und Karriere in Zukunft unter einen Hut bringen kann», sagt Carmen Gross.
 

Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsmodelle macht arbeitstätigen Frauen das Leben leichter

Dazu gehört, die Kinderbetreuung frühzeitig sicherzustellen. Denn, je früher man sich um eine Kinderbetreuung kümmert, umso besser. Kindertagesstätten mit Krippenplätzen haben oft Wartelisten und eine gute Tagesmutter zu finden, braucht ebenfalls seine Zeit.

 

«Für mich stellte eine Tagesmutter die bessere Option dar, da sie flexibler ist und mein Kind eine intensivere Bindung zu ihr aufbauen kann», betont Carmen Gross.

Ist das Kind krank, kann es nicht in die Krippe und auch nicht zur Tagesmutter. In diesem Fall ist ein gut funktionierendes Betreuungsnetzwerk das A und O. «Ich habe Freunde, Familie und Nachbarn angefragt, ob sie im Notfall einspringen würden, und dann eine Liste zusammengestellt», so Gross.          

Offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber

Eine offene Kommunikation mit dem Vorgesetzten über die Wünsche und beruflichen Ambitionen ist zentral. Der Arbeitgeber kann schliesslich nicht wissen, wie die Lebensplanung der schwangeren Mitarbeiterin aussieht, wann und in welchem Umfang sie wiederkommen möchte.

Zudem kann es auch sinnvoll sein, während der Zeit zu Hause in Kontakt mit dem Geschäft zu bleiben: «Ich habe sehr davon profitiert, auch während meines Mutterschaftsurlaubs einmal pro Woche mit meinem Vorgesetzten zu telefonieren, um mich auf dem Laufenden zu halten und im Gespräch zu bleiben», sagt Carmen Gross.

Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsmodelle macht arbeitstätigen Frauen das Leben leichter. So wird es mit dem Internet und mobilen Arbeitsplätzen immer unwichtiger, dass man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein muss. Solange die Leistung stimmt, sind viele Arbeitszeitmodelle möglich.

«Ich bin drei Monate nach der Geburt meiner Tochter wieder in den Job zurückgekehrt. Anfänglich habe ich Teilzeit gearbeitet und meine Arbeitszeit dann nach und nach wieder gesteigert. Zudem hatte ich es so eingerichtet, dass ich an allen wichtigen Meetings und Terminen teilnehmen konnte. Die unwichtigen habe ich ignoriert.» 

Beim Wiedereinstieg helfen Frauen auch sogenannte Rückkehrprogramme. Die Universität St. Gallen etwa bietet das «Women Back to Business»-Programm an, das Führungskräften, Fachspezialistinnen und High Potentials den Weg zurück ins Berufsleben erleichtern soll.

Ansprüche runterschrauben

Top im Job, perfekt als Mutter und Partnerin, einen blitzblanken Haushalt – wer diese Ansprüche an sich selbst hat, wird früher oder später scheitern.

Natürlich will man im Job gute Leistung bringen, seiner Familie gerecht werden und sich nicht ständig durch einen Berg schmutziger Wäsche, Spielzeug und Zeitungen kämpfen müssen. Aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, daher:  80 statt 150 Prozent müssen manchmal auch reichen. 

Sich selbst nicht vergessen!

Last, but not least, darf Frau sich selber nicht vernachlässigen. Um die eigene Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten, ist es wichtig, sich selbst Freiräume und Auszeiten zu schaffen.

Ob das nun eine Shoppingtour, ein Yoga-Kurs oder ein Wellness-Tag ist: Schaffen Sie sich Ihre Freiräume, in denen Sie weder Arbeitnehmerin noch Mutter noch Partnerin sind, sondern einzig und allein: Sie selbst!