Projekte erfordern heute mehr denn je Wissen und Erfahrung aus den verschiedensten Bereichen, um erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben. Einerseits befruchten sich verschiedene fachliche Richtungen und andererseits können auch ältere oder behinderte Menschen sowie Personen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund wertvolle Inputs und Anstösse geben.

Damit können die verschiedensten Aspekte gesammelt und analysiert werden. Allerdings bedarf es gewisser Grundregeln, damit die Arbeit mit ganz unterschiedlichen Fachrichtungen und Menschen auch zum Erfolg führt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist Pionierarbeit

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit vereint quasi das Beste aus allen Disziplinen, Denkweisen und Ansätzen. Doch in der Realität sieht es oft anders aus. Denn das Zusammentreffen von verschiedenen Menschen, die ihre eigene «Kultur» und «Sprache» haben, hat ein grosses Konfliktpotenzial, birgt aber auch viele Möglichkeiten in sich. Also wie vorgehen?

Wichtig ist, dass die Leiter von interdisziplinären Teams sich im Klaren sind, wohin sie ihr Team führen wollen. Das heisst, es braucht gemeinsame Ziele und das Bewusstsein über wechselseitige Abhängigkeiten. Im Gegensatz zu Projekten, in denen verschiedene Einzelpersonen mit definierten Einzelteilen mitarbeiten, ist die Aufgabe von interdisziplinären Projekten, die Vorgehensweisen und Methoden zu entwickeln. Es handelt sich also um Pionierarbeit, die ein hohes Mass an Flexibilität und ein Denken über den eigenen Tellerrand erfordert.

Schritte zum Erfolg

Wichtig ist: Den Teammitgliedern muss bewusst sein, dass die gemeinsamen Ziele nur durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Disziplinen und Menschen erreicht werden können. Die unterschiedlichen Personen müssen in ihrer Rolle ernst genommen und respektiert werden. Die neuen Prozesse erfordern ein hohes Mass an Flexibilität, denn was im eigenen Bereich schon lange klar ist, ist für andere Neuland. Weil diese Form der Entwicklung neue Ansätze mit sich bringt, müssen die Meilensteine jeweils reflektiert und evaluiert werden.

Die Arbeit in interdisziplinären Teams erfordert auch ein gewisses Mass an Autonomie, das heisst, dass zum Beispiel Methoden selbst gewählt werden können und Diskussionen stattfinden können. Offenheit für Neues, Toleranz, klare Rollenaufteilung und Rollenverständnis, Flexibilität und Zeit für Austausch und Reflexion sind zusammengefasst die wichtigsten Parameter, damit interdisziplinäre Projekte gelingen.

Respekt für Andersartigkeit

Es liegt in der Natur von interdisziplinären Projekten, dass aufgrund von unterschiedlichen Teammitgliedern und deren verschiedenen Ansichten, der Erfolg nicht selbstverständlich ist. Es erfordert Respekt vor anders tickenden Kolleginnen und Kollegen. Wichtig ist eine offene Kommunikation von Ideen, welche mittels bewusster Prozesse geordnet und gesteuert wird und in ein neues System, Produkt oder eine neue Dienstleistung übergeführt wird. Die Arbeit in interdisziplinären Projekten ist aufwändig und eine Herausforderung – aber gemessen an den innovativen Produkten oder Lösungen von komplexen Fragestellungen, die mit dieser Form gefunden werden können, auch  eine grosse Chance.