Claudia Lorenz Steiger
Software Engineer bei Supercomputing Systems AG.

Claudia Lorenz ist seit 2007 bei der Supercomputing Systems AG als Software Engineer tätig. MEDIAPLANET erklärte sie, weshalb Frauen in ihrem Beruf in deutlicher Unterzahl sind und wie sich die Quote anheben liesse.

Claudia Lorenz mochte schon immer Zahlen und Mathe. Ihr Interesse an der Technik weckte eine Studienwoche, organisiert von «Schweizer Jugend forscht» und der ETH Zürich, während ihrer Kantonsschulzeit. «In einem Bildungszentrum durften wir einen Roboter zusammenbauen, was mich total faszinierte», erzählt Lorenz. Was darauf folgte, war ein Studium in Elektrotechnik und Informationstechnologie. Seit sieben Jahren arbeitet Lorenz bei der Firma SCS, zuerst als Praktikantin, später als Festangestellte.

Es braucht frühe Anreize
Das Klischee, dass technische Berufe Männersache sind, hält sich hartnäckig. Nach Ansicht von Lorenz wurzelt dies in unserer frühkindlichen Rollenverteilung: «Die Gesellschaft gibt uns von klein auf vor, dass Mädchen mit Puppen spielen und Mathematik doof finden. Es fehlt an frühen Anreizen und weiblichen Vorbildern, um mehr Frauen die Technik schmackhaft zu machen», findet Lorenz. Dies wäre auch nötig. In Studienfächern wie Mathematik, Informatik oder Ingenieurwissenschaften sind Frauen deutlich untervertreten. Infolgedessen sind sie auch in der technischen Branche in der Schweiz, die sonst schon an einem Fachkräftemangel leidet, eine Seltenheit.

Falsche Klischees
Obwohl Lorenz die einzige Frau in ihrem direkten Berufsumfeld ist, sei dies kein Thema unter Kollegen: «Ich fühle mich nicht im Vor- oder Nachteil aufgrund meines Geschlechts», sagt sie. Viele Frauen sehen sich früher oder später mit der Kinderfrage konfrontiert. Lorenz hatte hier das Glück, auf einen flexiblen Arbeitgeber zählen zu können. Seit Februar ist die Mutter von einem 15 Monate alten Sohn in einem 60%-Teilzeitpensum tätig. «Die flexiblen Arbeitszeiten ermöglichen mir, wertvolle Zeit mit meinem Sohn verbringen zu dürfen», so Lorenz.

Catherina Bernaschina
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