Teilzeitarbeit – die berufliche Lösung für Frauen? Obgleich die Anzahl arbeitender Mütter in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist wird die berufliche und familiäre Vereinbarkeit mehrheitlich durch Teilzeitarbeit oder in einem Arbeitsverhältnis mit niedrigem Beschäftigungsgrad gelöst.

Dies wird auch von einer aktuellen Studie des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2014 belegt. Der Studie zufolge liegt die zeitliche Gesamtbelastung der Frauen durch Erwerbstätigkeit bei 20,6 Wochenstunden, während die der Männer bei 33,3 Stunden und damit mehr als ein Drittel höher liegt. Im Bereich der Haus- und Erziehungsarbeit liegt die Stundenzahl der Frauen bei 29,1 Stunden und die der Männer bei 17,5. Diese Differenz zeigt auf, dass überwiegend Mütter von der Organisation des beruflichen und familiären Arrangements betroffen sind, während der Grossteil der Väter einer Vollzeitbeschäftigung nachgeht.

Krippe als Lösung?

Sind beide Elternteile erwerbstätig, so muss auch die Betreuung der Kinder gewährleistet sein. Dies kann durch familienergänzende Kinderbetreuung, wie zum Beispiel durch ein familiäres oder soziales Netzwerk (Grosseltern, Bekannte oder Tagesmütter) geschehen. So kann dem Kind individuelle Aufmerksamkeit und ein familiäres Alltagsleben gewährleistet werden.

Doch auch auf institutionelle Angebote, wie Kindergärten, Krippen oder Ganztagsschulen kann zurückgegriffen werden. Dort werden dem Kind zudem soziale Kompetenzen und der verantwortungsbewusste Umgang mit Anderen vermittelt. Doch meistens ist die Nachfrage nach KiTa-Plätzen höher als das kantonale Angebot.

Ort: Küchentisch, Dresscode: Morgenmantel

Der eigene Schreibtisch wird zum Arbeitsplatz umfunktioniert. Nicht nur im Bereich freier Mitarbeiter, wie Redakteuren oder Designern, ist das Home-Office gang und gäbe. Durch mobile Endgeräte ist es mittlerweile allerorts möglich, Zugriff auf den betriebsinternen Server zu erhalten. Daher bieten auch immer mehr Unternehmen die Option Home-Office an, die es zudem erlaubt, zu Hause beim Kind zu bleiben. Doch auch der Arbeitgeber profitiert, indem er Betriebskosten und Nutzungsfläche einsparen kann.

Der Hausmann – Realität oder Zukunftsmusik? Im Jahr 2013 waren etwa 87 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen mit Kindern unter 25 Jahren vollzeiterwerbstätig. Im Bereich der Teilzeitbeschäftigung ist es umgekehrt, denn 61,5 Prozent der Mütter, aber nur 9 Prozent der Väter arbeiten in Teilzeit. Doch viele Frauen geben sich nicht mehr mit der klassischen Rollenverteilung zufrieden. Faktoren wie berufliche Erfolgschancen und Unabhängigkeit sind auch bei ihnen in den Vordergrund gerückt – besonders dann, wenn sie das höhere Einkommen beziehen. Daher entscheiden sich mittlerweile immer mehr Väter dazu, auf die Vollzeiterwerbstätigkeit zu verzichten und sich der Erziehung ihres Kindes zu widmen.

Doch die Quote der Männer, die sich (ohne zusätzliche Erwerbstätigkeit) dazu entscheiden, die Aufgaben des Hausmanns, sprich kochen, putzen, waschen und Kindererziehung zu übernehmen, liegt gegenwärtig bei nur etwa 2 Prozent – die Tendenz ist jedoch steigend.