Der Schweizer Wirtschaft fehlt es zunehmend an Fach- und Führungskräften. Dabei werden hervorragend ausgebildete Wiedereinsteigerinnen und Umsteigerinnen noch oft übersehen. Dazu kommt ein beträchtlicher Teil gut ausgebildeter Frauen, die weit unter ihren Qualifikationen tätig sind. Meist liegt es daran, dass sich für Frauen nach einer Familienphase der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben als schwierig erweist. Dies, obwohl sich heute mehrfach im Leben Zeitfenster ö nen, die einen Neustart ermöglichen.

Finanzielle Absicherung

Auch eine 45-Jährige hat noch mehr als 15 Berufsjahre vor sich und damit allen Grund, eine herausfordernde und befriedigende Tätigkeit anzustreben sowie nebenbei noch etwas für ihre finanzielle Absicherung im Alter zu tun. Zudem verfügen Wiedereinsteigerinnen über Vorteile, die Unternehmen bewusst sein sollten: Die Familienplanung ist abgeschlossen, die Rückkehrerinnen sind hoch motiviert und engagiert, und sie bleiben der Unternehmung in den meisten Fällen erhalten. Zusätzlich besitzen gerade diese Frauen Kompetenzen wie etwa Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Organisationstalent sowie Zuverlässigkeit, von denen ein Unternehmen profitieren kann. Viele dieser gut ausgebildeten Frauen können Projekte aufgrund ihrer Erfahrungen lösungsorientiert führen. Und: Frauen mit Lebenserfahrung werden sowohl im Team als auch auf Kundenseite ernst genommen und geschätzt.

Eine neue Phase

Eine qualifiziertere Position Verschiedene Ausbildungsinstitute, so zum Beispiel die Universität St. Gallen, bieten heute für solche Frauen Management- Weiterbildungen an. «Women Back to Business» zielt darauf ab, gut ausgebildete Frauen nach einer Familienphase oder einer Phase mit einem geringen Beschäftigungsgrad wieder ins Erwerbsleben zurückzubegleiten oder beim Umstieg in eine qualifi ziertere Position zu unterstützen. Zielpublikum sind Frauen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, die mindestens 50 Prozent erwerbstätig sein möchten.