Ich bin Lehrerin, unterrichte nahezu alle Fächer von der dritten bis zur sechsten Primarstufe und begleite Schüler in ihrer Entwicklung. So bin ich auch zum Schluss gekommen, es sollten nicht mehr technische Bereiche in den Lehrplan aufgenommen werden, sondern es müssen vielfältigere Wege generiert werden, um Mädchen und junge Frauen für technische Bereiche zu begeistern. Es muss den Schülerinnen deutlich besser vermittelt werden, dass technische Berufe auch Spass machen können. Besonders im Hinblick darauf, dass durch die Zunahme von Computern, Tablets und anderen technischen Neuerungen, die schon längst Einzug in private Haushalte gehalten haben, die Kinder mittlerweile immer früher mit Technik konfrontiert werden. Fast jeder hat mittlerweile ein Smartphone; von daher ist es wichtig, dass besonders junge Menschen diese Konfrontation direkt verstehen lernen. Und das geht natürlich am besten, wenn einem ein direkter Einblick ermöglicht wird, wie z.B. mit Materialkisten von explore-it.

Naturwissenschaften

Deren Ausgangspunkt, für die tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften, ist jeweils der spielerische Bau eines technischen Objektes. Aus meiner eigenen Beobachtung heraus kann ich sagen, dass viele Schüler bereits von sich aus ein grosses Interesse an technischen Gegenständen mitbringen – Jungs wie Mädchen. Sind es doch zumeist auch die Jugendlichen, die die neuste Smartphone-Generation besitzen. Daher sollte das Verständnis im Umgang mit Technik im Schulbetrieb schon früh aufgegriffen und in den späteren Schuljahren dahingehend vertieft werden, dass die jungen Menschen auch verstehen können, was sich im Inneren der Geräte befindet. Doch auch hierfür wird Praxiserfahrung und Frühforderung relevant sein. In meiner Lehrtätigkeit habe ich daher schon oft die Erfahrung gemacht, dass Mädchen manchmal ein höheres technisches Verständnis aufweisen können als die gleichaltrigen Jungs. Das Interesse an Technik, so scheint es mir, was anfangs von Seiten beider Geschlechter ausgeht, wird teilweise durch die Jahre in der Pubertät gedämpft – und zwar an dem Punkt, an dem die gesellschaftlichen Geschlechterrollen ins Spiel kommen. Oder vielmehr, die Vorurteile, die damit einhergehen. «Frauen und Technik» – ist fast schon eine zynische Weisheit, die gerne mal in die Runde geworfen wird, wenn einer Frau das Einparken nicht gelingt. Aber das halte ich für falsch.

Ausgeglichenes Disziplin

Daher geht, neben der Forderung nach Frauen in männlich dominierten Berufen, auch die Veränderung von geschlechtsorientierten Vorurteilen einher. Wir müssen also unser Denken erweitern: Eine Umverteilung der klassischen Bereiche «Frauen in Pflege- und Männer in Technikberufen» würde wahrscheinlich auch dazu führen, dass die Arbeit in den Bereichen der Sozialen Arbeit und der Technik zukünftig gesellschaftlich gleichberechtigter betrachtet wird. Frauen können genauso gute Technikerinnen, Ingenieurinnen oder Handwerkerinnen sein wie Männer gute Erzieher, Pfleger oder Sekretäre. Besonders unter diesem Aspekt, sollten mehr Frauen technische Berufe ergreifen. Technik wäre damit zukünftig kein männliches Monopol mehr, sondern vielmehr eine ausgeglichene Disziplin, in der Frauen und Männer sich gegenseitig helfen und ergänzen können.