Die Frage nach der Berufswahl ist keine einfache. So ergeht es auch den aufgeweckten Schülerinnen Bianca und Fabienne, die die sechste Schulklasse besuchen. Beiden ist bewusst, dass sie früher oder später einmal ins Berufsleben einsteigen werden, doch die Möglichkeiten sind mittlerweile so vielfältig, dass eine Entscheidung oft schwerfällt. Aus diesem Grunde nehmen die Mädchen am Nationalen Zukunftstag teil, in dessen Mittelpunkt die Erkundung von Berufen steht, die traditionellerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet werden. Damit wird frühzeitig die Gleichstellung von Frau und Mann bei der Berufswahl und bei der Lebensplanung gefördert sowie langfristig die Berufswahl von Stereotypen befreit. Doch auch die Wirtschaft hat ein grosses Interesse am Nationalen Zukunftstag. So nutzen Betriebe, Institutionen und Hochschulen den Zukunftstag, um Mädchen an technische Berufe und Arbeitsbereiche heranzuführen und langfristig gesehen in eine geschlechtssensible Nachwuchsförderung zu investieren. Denn Studien haben unlängst gezeigt, dass eine Gruppe heterogener Arbeitnehmender die Team- und Leistungsfähigkeit deutlich steigert.

Eindrücke

Bianca und Fabienne sind fasziniert. Gebannt lassen sie sich  die technischen Abläufe des Unternehmens erklären, welches sie besuchen, und sind überwältigt von den vielfältigen Eindrücken im Bereich der Technik. Besonders begeistern sie sich für den Beruf der Konstrukteurin, deren Aufgabe es ist, mithilfe hochwertiger Computerprogramme, Zeichnungen von Fertigungs-, Montage- und Prüfunterlagen zu erstellen. Zeigen Schülerinnen und Schüler Interesse und gute Leistungen in den MINT-Fächern, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie im weiteren Bildungsweg eine technische Ausbildung oder ein MINT-Studium ergreifen. Oft schätzen sich Jungs in diesem Bereich besser ein als Mädchen, weshalb der Frauenanteil in technischen Studiengängen bis heute in der Schweiz stark untervertreten ist – trotz vorhandenem Talent. Faktoren sind hierfür beispielsweise  geschlechtsspezifische Vorurteile, stereotypische  Technik-Sozialisierung oder fehlende weibliche Rollenbilder. Doch der Nationale Zukunftstag kann Abhilfe gegen die negative Einschätzung der eigenen Leistungen von Mädchen und Frauen schaffen. So streben die Schülerinnen Bianca und Fabienne langfristig gesehen ein Schülerpraktikum in dem Unternehmen an, von dem sie sich am Nationalen Zukunftstag haben begeistern lassen.