Mit verschiedensten Massnahmen will die Hochschule für Technik FHNW die Attraktivität ihrer praxisorientierten Ingenieur­ausbildung für Frauen erhöhen.

Der Fachkräftemangel im MINT-Bereich ist ein grosses Thema: Fieberhaft wird heute – und morgen! – nach gut ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieuren, Informatikerinnen und Informatikern gesucht. Auf politischer Ebene will man diesem Mangel unter anderem durch gezieltere Nutzung des Potenzials von Frauen begegnen. Gleichberechtigte Chancen der Geschlechter an Fachhochschulen sind ein zentrales Thema, wie die bewilligten Kredite für die vierte Laufzeit des Bundesprogramms Chancengleichheit an Fachhochschulen (2013 – 2016) zeigen. Auch an der Hochschule für Technik FHNW laufen verschiedene Projekte zur Förderung des weiblichen Ingenieurnachwuchses, teilweise finanziert über dieses Programm.

Neue, interdisziplinäre Studienangebote
So wurden als Ergänzung zu den klassisch technischen Fachrichtungen neue, mehr interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge geschaffen. Mit der Profilierung iCompetence im Studiengang Informatik wurde 2010 ein attraktives Ausbildungsangebot konzipiert, das mit seiner einzigartigen Verbindung von Informatik mit Design- und Managementkompetenzen insbesondere Frauen ansprechen soll. Mit Erfolg! Der Frauenanteil im Studiengang Informatik ist seither auf knapp 20% gestiegen, in der Profilierung iCompetence beträgt er sogar 32%. Sechs der zehn Ingenieurstudiengänge der FHNW in Brugg-Windisch können berufsbegleitend absolviert werden, wodurch Studieninteressierte im Beruf oder mit Familie ein flexibles Studienzeitmodell wählen können.

Technikinteresse früh wecken
Die Hochschule für Technik FHNW hat zudem in den letzten Jahren ihre Bemühungen intensiviert, vor allem Mädchen möglichst früh an technische Themen heranzuführen und ihnen die Attraktivität technischer Berufe aufzuzeigen. Neben Motivations- und Schnupperangeboten wie zum Beispiel der Studienwoche girls@science von Schweizer Jugend forscht werden ab diesem Sommer Maturandinnen und Maturanden darin unterstützt, das einjährige Praxisjahr vor Beginn des Fachhochschulstudiums optimal zu nutzen: Mit berufspraktischen Einführungskursen und der Vermittlung wichtiger Kontakte zu Praktikumsbetrieben. Das neue Angebot soll vor allem jungen Frauen dabei helfen, herauszufinden, ob ein Studium beziehungsweise ein Beruf im Ingenieurbereich oder in Informatik das Richtige ist für sie.