Bereits früh hat sich Petra Zimmermann mit Themen befasst, die erst heute umgesetzt werden, also sehr innovativ waren und sind. «Ich habe bereits zu Beginn meiner Laufbahn gelernt, immer auf Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein», blickt die 44-Jährige zurück. Sie möchte etwas bewegen und Zusammenhänge herstellen. «Deshalb finde ich meine heutige Tätigkeit sehr spannend» Veränderungen würden heute schneller und radikaler passieren und dabei auf gewachsene Strukturen und Kulturen stossen. «Ich arbeite gerne an diesen Transformationen im technischen und kulturellen Sinn», betont Zimmermann.

Transparenz und Struktur
Gerade deshalb findet sie es wichtig, gut durchmischte Teams zu haben, die verschiedene Aspekte, Bedürfnisse und Bewertungen einbringen können. «Diversity bedeutet für uns unter anderem, jüngere und erfahrenere Mitarbeitende in verschiedenen Lebenssituationen, Frauen und Männer, Teilzeitarbeitende und verschiedene Kulturen einzubeziehen.» Dies sei beispielsweise wertvoll, wenn neue Apps oder andere Applikationen für die Kunden entwickelt werden. «Mein Fachgebiet Enterprise-Architektur bringt Transparenz und gibt Struktur in Unternehmen.» Das werde oft auch als Restriktion empfunden, das heisst, es gibt auch Widerstände. «Langfristig ist es aber eine wichtige Funktion in Unternehmen, um technologisch zukunftsfähig zu bleiben und auch die Kosten im Griff zu behalten», sagt Zimmermann.

Von guten Chefs profitiert
Als Frau im technischen Umfeld habe sie anfänglich häufig eine gewisse Zurückhaltung seitens der männlichen Kollegen gespürt, was sich aber gelegt habe, nachdem sie fachliche Kompetenz bewiesen habe. «Viele Frauen, die ich in diesem Umfeld kennengelernt habe, sind übrigens bestens qualifiziert, ohne viel Aufhebens darum zu machen.» Als Führungsfrau war es ihr wichtig, ihren eigenen Führungsstil zu finden und diesen auch zu hinterfragen. «Andererseits muss man sich als Frau mit den Spielregeln, wie Männer in Führungsteams und Gremien miteinander umgehen, auseinandersetzen und seinen Weg finden.» Besonders profitiert habe sie durch gute Chefs oder andere Personen, von denen sie viel lernen konnte und die sie als Mentoren gefördert hätten, betont Zimmermann. «Das ist besonders zu Beginn der Laufbahn sehr wichtig, um seinen Weg weitergehen zu können. Fachlich gibt es mit Blick auf die Zukunft gerade in der IT sehr viele spannende Entwicklungen, wo verschiedene Kompetenzen gefragt sind.» Selbst versucht sie deshalb, auch jüngere Frauen für die Technik zu motivieren.