Claudia Manser hat ein Informatikstudium an der ETH Zürich mit Master in Computer Science absolviert. Danach arbeitete sie erst als Softwareentwicklerin und später als technische Projektleiterin. Ende 2012 wurde sie Mutter von Zwillingen, seit Mitte 2013 ist sie wieder mit einem 50%-Pensum tätig. Ihre berufliche Tätigkeit beinhaltet das Erarbeiten von massgeschneiderten Softwarelösungen für die fachlichen und technischen Anforderungen ihrer Kunden. «Zudem plane ich Termine und Kosten, handle mit Kunden Verträge für grössere Informatikprojekte aus und leite das Team», erklärt Claudia Manser. Selber programmiert sie seit einiger Zeit nicht mehr, sondern hat sich mehr auf die Projektleitung fokussiert.

Viel Flexibilität
Sie sei schon immer mehr der mathematische Typ gewesen, berichtet Claudia Manser. «Mathematik selber war mir aber zu trocken. Ich wollte mehr etwas im angewandten Bereich machen.» Von der Informatik ist sie nach wie vor fasziniert. Mit Software könne man real greifbare «Alltagsprobleme» lösen, in engem Kontakt mit den Kunden. Ausserdem sei es ein Teamplayer-Job. «Das gefällt mir bis heute.» Und: Sie habe schon damals gewusst, dass sie später Kinder haben möchte, verrät Claudia Manser. «Ich habe deshalb einen Beruf gewählt, der mir viel Flexibilität bietet. Als Informatikerin kann man gut Teilzeit und im Bedarfsfall auch mal von zu Hause aus arbeiten.»

Organisationstalent und Teamfähigkeit
In ihrem Job ist Claudia Manser mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. «Softwareprojekte verlangen viel Agilität und Anpassungsfähigkeit. Man muss ständig neu planen und auch umdenken können.» Die 32-Jährige arbeitet in einer Männerdomäne. «In der Informatik sind nach wie vor in erster Linie Männer tätig», bestätigt Manser. Dabei ist es ein idealer Beruf für Frauen. «Es braucht Organisationstalent, Teamfähigkeit und Kommunikationsqualitäten, zudem lässt sich der Beruf gut mit dem Familienleben vereinbaren.» Mit ihren Team- und Berufskollegen hat sie keine negativen Erfahrungen gemacht. «Die Frauen machen die gleiche Arbeit wie die Männer und werden auch meist genauso respektiert», sagt sie. Sie fände es aber schön, wenn es mehr Informatikerinnen gäbe. Ihr Tipp an Frauen, die einen technischen Beruf in Erwägung ziehen? «Traut euch ruhig etwas zu. Viele Frauen haben als erste Reaktion immer das Gefühl, die anderen, insbesondere die Männer, können es bestimmt besser. Beim zweiten Blick merkt man, dass sich viele Männer einfach nur besser verkaufen», ist Claudia Manser überzeugt.