Unternehmer und Arbeitnehmer sind in einer nie dagewesenen Form gefordert, ­flexibel und innovativ zu handeln, um ihre Wettbewerbsposition in einer ­globalisierten Wirtschaft zu halten und womöglich noch auszubauen.

Ad-hoc-Lösungen
Die Personalchefs in den Unternehmen sind sich des Problempotenzials und der Konsequenzen des demografischen Wandels nicht voll bewusst. Sie bemerken zwar die Verknappung junger Fachkräfte, beschränken sich jedoch eher auf Ad-hoc-Lösungen. Massnahmen und Instrumente einer Work-Life-Balance-Strategie werden zwar als wichtig empfunden. Jedoch existiert immer noch eine Kluft zwischen Theorie und unternehmerischer Praxis. Zwar planen die Personalverantwortlichen die Einführung verschiedener Massnahmen und Instrumente. Am ehesten werden Work-Life-Balance-Massnahmen in den Grosskonzernen umgesetzt. Teilzeitarbeit hat sich weitgehend eingebürgert. Wesentlich seltener wurden bisher Massnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem in der Kinderbetreuung, umgesetzt.

Konsequenzen der Demografie
Die Konsequenzen des demografischen Wandels für die Unternehmen werden oft nicht nur falsch interpretiert, sondern auch als Vorwand für die Probleme in der rigiden Unternehmensorganisation benutzt. Durch die Personalpolitik der letzten Jahre mit Einstellungsstopps und frühzeitigen Pensionierungen wurde in den Unternehmen eine einseitige Altersstruktur geschaffen, die sich schon jetzt als problematisch erweist. Dadurch    wird das Problem der Fachkräfteknappheit nicht gelöst, sondern verstärkt. «Berufstätige Mütter» bieten ein noch zu wenig genutztes aber dringend benötigtes Fachkräfte-Potenzial. Die weitgehende Einführung von Teilzeitarbeit belässt jedoch die alten rigiden Organisationsstrukturen. Dabei wären neue Perspektiven , innovative und proaktive Konzepte und Massnahmen nötig, damit bisher zu wenig genutztes Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften besser ausgeschöpft werden könnte. Dies im Sinne einer Unterstützung der Balance zwischen Beruf und Familie. Davon würden sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft profitieren.

Wichtige Kinderbetreuung
Eine Umfrage der Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen in Deutschland zeigt, nur wenige Eltern schaffen es, ihre favorisierte Rollenverteilung auch im Alltag umzusetzen. Die überwiegende Mehrheit spricht sich gegen das Alleinverdienermodell aus. Die meisten wünschten sich Teilzeitjobs, die ihnen noch Zeit für Hausarbeit und Kinderbetreuung liessen. Das wichtigste Anliegen der Eltern ist und bleibt die gesicherte Kinderbetreuung.