Sie kennen es: Sie sind bestens qualifiziert, haben ein Masterdiplom oder sogar ein PhD, einige Jahre Berufserfahrung, sprechen drei Sprachen fliessend, aber bekommen trotzdem Antworten wie: «Ein anderer Bewerber hat die Anforderungen besser erfüllt». Es sind Standardmails. Absagen, die an hunderte von Personen versendet werden.

Das zweihundertste Absageschreiben

Wahrscheinlich ärgern Sie sich darüber, Stunden für das perfekte Bewerbungsschreiben aufgewendet zu haben und nur eine Standardabsage zurückzubekommen. Wussten Sie, dass es Unternehmen gibt, die von Bewerbungsschreiben derart überhäuft werden, dass ein grosser Teil davon ungelesen im Altpapier landet, respektive im digitalen Papierkorb? Wie, fragen Sie sich bestimmt, bekommen Sie eine dieser Stellen, wenn Ihr Bewerbungsbrief gar nicht erst angeschaut wird. Die Lösung sind die Kontakte zu bestimmten Personen. Leute, die Sie an Events, Meetings oder in der Cafeteria kennenlernen, sogenannte weak ties, schwache Verknüpfungen. Personen, die Sie dann in Ihr LinkedIn oder Xing dazufügen. Menschen, die Ihnen genau jetzt helfen könnten. 

Knüpfen Sie sich ein Netzwerk

Stellensuchenden wird sogar oft geraten, jene Personen auf Jobs anzusprechen.  Auch wenn diese gerade keine offenen Stellen kennen, haben sie doch  andere Personen im Bekanntenkreis , weak oder strong ties, also flüchtige oder enge Connections, die vielleicht ein gutes Wort für Sie einlegen können. Wie kommt man aber zu solchen weak ties? Wie kommt man mit fremden Leuten ins Gespräch?

Sie sind nicht alleine

Sind Sie schüchtern und werden manchmal ein bisschen nervös, wenn Sie mit Fremden in Kontakt treten müssen? Keine Sorge, Schüchternheit ist nicht unsympathisch. Sind Sie etwa alleine an einem Event und kennen niemanden. Vielen anderen wird es genauso ergehen. Stellen Sie sich also neben eine Person, die auch ein bisschen verloren und alleine wirkt und sprechen Sie diese an.

Locker und sich selber bleiben

Lächeln Sie und entspannen Sie sich, so signalisieren Sie Interesse und sehen gleich viel sympathischer aus.

Offene Fragen

Eröffnen Sie das Gespräch mit einer offenen Frage, etwa zum Anlass. Heben Sie aber die positiven Punkte hervor. «Ich finde das System XY, das der letzte Redner angesprochen hat, sehr spannend. Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?»

Umgehen Sie Tabus

Es gibt allerdings Themen, die Sie beim Smalltalken lieber vermeiden mögen, andernfalls auf komische oder unangenehme Reaktionen gefasst sein müssen. Also: nothing dirty, kein Gossip oder Politik und Sie sind auf der sicheren Seite.

Seien Sie aktiver Zuhörer

Hören Sie aktiv zu. Versuchen Sie nicht nur Redner, sondern auch Zuhörer zu sein. Paraphrasieren Sie das eben Gesagte und stellen Sie Fragen. Ihr Gegenüber erzählt Ihnen etwa, dass er an der Uni Zürich Wirtschaft studierte. Antworten Sie: «Sie haben einen Abschluss in Wirtschaft, das ist ja interessant. Welchen Schwerpunkt haben Sie gewählt?»

Gemeinsamkeiten sind gefragt

Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden und lenken Sie das Gespräch auf ein Thema, bei dem Sie Gemeinsamkeiten finden, etwa eine Sportart. Wissen Sie schon im Vorfeld, dass wichtige Personen am Anlass erscheinen werden? Dann googlen Sie diese vorgängig . Vielleicht erfahren Sie ja, dass diese Person auch Golf spielt, den gleichen Fussballverein toll findet oder auch Politikwissenschaften studiert hat.

Interessiert spielen und Kunden closen

Weiter gibt es natürlich auch unangenehme Zeitgenossen, die Sie zutexten, prahlen oder einfach total langweilig sind. Nun: Handelt sich es um einen Kunden oder einen Vorgesetzten, sollten Sie es über sich ergehen lassen und den interessierten Zuhörer mimen. So können Sie Sympathien gewinnen und eventuell den Kunden von Ihrer Firma überzeugen oder gar an Land ziehen.

Überzeugen Sie mit guten Umgangsformen

Gute Manieren sind unumgänglich. Mit der richtigen Etikette können Sie Ihr Gegenüber von sich, Ihrer Firma oder Ihrem Produkt überzeugen. Umgekehrt riskieren Sie es, einen schlechten ersten Eindruck zu hinterlassen.

Was? Sie wussten das nicht!

Halten Sie sich stets auf dem Laufenden! Wissen Sie nicht, dass am vergangenen Wochenende Wahlen waren, dass die Führung vom Unternehmen X gewechselt hat oder dass in Ihrer Stadt ein neues Theaterhaus gebaut wird? Sie müssen nicht eine Tageszeitung abonniert haben, um über die wichtigsten Ereignisse Bescheid zu wissen. Einen täglichen Besuch auf einer Onlineausgabe der Tageszeitung Ihrer Wahl schafft hier Abhilfe und erspart Ihnen peinliche Situationen.

Im Kiosk, an der Bushaltestelle oder im Lift?

Auch Smalltalk-Profis mussten es zuerst üben.  Proben Sie das lockerflockige Gespräch wenn immer Sie können: Sprechen Sie etwa die ältere Dame im Bus an, den Nachbarn im Lift oder die Kioskdame. Oder bei der Schlange im Supermarkt, am Tisch in der Cafeteria und so weiter. Solange, bis es Ihnen leichtfällt und Sie es an einem Event in die Tat umsetzen können.  Vielleicht realisieren Sie sogar: Die Geschäftsführerin von XY könnte ebenso die Dame aus der Supermarktschlange oder die andere aus dem Bus sein. Und das Gespräch verläuft locker und unverkrampft...