Gleichstellung bedeutet gleiche Rechte und gleiche Pflichten für Mann und Frau. Seit 1996 ist dies sogar in der Bundesverfassung mit einem separaten Artikel festgelegt. Gleiche Rechte für beide Geschlechter wurden so festgelegt, Benachteiligungen, sexuelle Belästigungen und Diskriminierung verboten.

Gendermanagement soll die Chancengleichheit fördern

Im Beruf kommt der Wunsch nach Gleichberechtigung unter den Geschlechtern wohl am deutlichsten an. Aber auch in der Familie und im Privatleben gilt seit bald 20 Jahren das Gesetz für die Gleichberechtigung. Alte Rollenbilder werden seither hinterfragt, befinden sich im Aufbruch. In der Wirtschaft nennt sich dies Gendermanagement. Grossbetriebe und insbesondere staatliche Unternehmen und Verwaltungen nehmen dieses Thema meistens sehr ernst. Teilweise werden eigene Anlauf- und Beratungsstellen eingerichtet, welche explizite Informationen und Förderungen von Mitarbeitern anbieten. Aber wie ist denn Gleichberechtigung überhaupt messbar? Am offensichtlichsten ist natürlich der gleiche Lohn für die gleiche Arbeit. Da sind über die Jahre viele Schritte zu einer Angleichung passiert, aber von absoluter Gleichheit zu sprechen wäre auch heute noch verfrüht. Unterschiede in der Bezahlung von männlichen und weiblichen Mitarbeitern sind nach wie vor weit verbreitet. Wenn es um andere, schwieriger messbare Kriterien der Gleichheit unter den Geschlechtern geht, wird es kompliziert. Auch bei den Karrieremöglichkeiten gilt die Chancengleichheit noch nicht gewahrt.

Quotenregelungen können keine Lösung sein

In den letzten Jahren wurde als Folge der Gleichstellungsdiskussion immer lauter eine generelle Frauenquote gefordert. Der Gesetzgeber soll beispielsweise festlegen, dass in Führungsgremien der Unternehmen, Vorständen und Geschäftsleitungen ein bestimmter Anteil der Personen weiblich sein sollte, wünschen sich die Befürworter einer Quote. Das mag vom Gedanken her gerecht sein und klingt sympathisch. In der Praxis wird das jedoch kaum funktionieren. Nur in wenigen Unternehmen werden sich die Führungsetagen nach einem festgelegten Prozentsatz besetzen lassen. Der einzige Weg zu erfolgreichem Gendermanagement und mehr Frauen in Führungsfunktionen ist wohl einfach der Weg über die eigene Leistung. Die Wirtschaft, ob nun Grosskonzern oder KMU, hat entsprechend viele gute Beispiele hervorgebracht. Es gilt auch als wenig attraktiv, als Quoten-Person einen Posten erreicht zu haben. Mit konsequentem Gendermanagement wird man aber dem hochgesteckten Karriereziel auch in kleinen Schritten näherkommen.